Key visual Theaterfestival auawirleben Bern

Resilienz? Nicht im Alleingang.

Ein Forschungsprojekt unterstützt durch m2act.

Das Projekt
Das Forschungsprojekt von auawirleben untersucht organisationale Resilienz in den Darstellenden Künsten. Im Zentrum steht die Frage, welche strukturellen Mechanismen Organisationen in Krisen handlungsfähig halten und wie sie langfristig gestärkt aus herausfordernden Situationen hervorgehen können.

Im Rahmen eines Action-Research-Prozesses entwickelt auawirleben gemeinsam mit den systemischen Organisationsberaterinnen Dagmar Walser und Katja Sonnemann praxisorientierte Modelle und Methoden. Diese sind auf die spezifischen Arbeits- und Produktionsbedingungen der Performing Arts ausgerichtet. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass in der lokalen wie internationalen Szene bereits relevantes Erfahrungswissen im Umgang mit Krisen vorhanden ist.

Durch Recherche-Interviews mit Gruppen, Künstler:innen sowie Akteur:innen von Produktionsorten und Festivals wird dieses Wissen systematisch erhoben und ausgewertet. Die Ergebnisse werden im öffentlichen Rahmenprogramm der Festivalausgabe 2026 reflektiert und zur Diskussion gestellt. Ziel ist die Entwicklung eines praxisnahen «Kompasses», der Organisationen, freien Gruppen und Künstler:innen Instrumente zur Stärkung ihrer strukturellen Stabilität und Resilienz zur Verfügung stellt.

Fragestellungen und Perspektive
Was macht kleine Organisationen in den Performing Arts widerstandsfähig? Wie können sie in Zeiten von finanziellem und politischem Druck beweglich bleiben?

Seit Herbst 2025 befragen wir Künstler:innen, Compagnien sowie Akteur:innen aus verschiedenen Kontexten zu ihren Erfahrungen mit Krisen. Dabei interessieren uns insbesondere folgende Aspekte:

  • Welche Faktoren im Arbeitsalltag kosten Energie?

  • Was wirkt stabilisierend in der Zusammenarbeit im Team?

  • Welche Rolle spielen Beziehungen zu Kulturpolitik, Förderinstitutionen und Netzwerken?

Resilienz ist auch im Kulturbereich zu einem Modebegriff geworden und wird häufig auf individuelle Fähigkeiten reduziert. Demgegenüber verstehen wir Resilienz nicht primär als persönliche Eigenschaft, sondern als Ergebnis von Strukturen, Dynamiken und organisationalen Zusammenhängen.

Wir richten den Blick auf das Zusammenspiel von Individuum, Team, Organisation und Umfeld und fragen:

  • Wie kann eine Organisation Verantwortung dafür übernehmen, dass Druck nicht auf Einzelne abgewälzt wird?

  • Was hilft, um in einem zunehmend fragilen Umfeld stabil und handlungsfähig zu bleiben?

  • Wie lässt sich ein nachhaltiges, lebendiges Ökosystem für die Performing Arts gestalten – lokal wie international?

Die bisherigen Interviews mit Akteur:innen aus verschiedenen Regionen der Schweiz sowie aus Osteuropa, Deutschland, Belgien, dem Vereinigten Königreich und Portugal geben Einblick in vielfältige Erfahrungen und Perspektiven auf Resilienz im Spannungsfeld von Organisation und Umfeld.

Lab
Ausgehend von der Überzeugung, dass in der Szene bereits viel Wissen im Umgang mit Krisen vorhanden ist, möchten wir diese Recherche im Lab gemeinsam weiterführen.

Wir laden euch ein, innezuhalten und eure eigenen Erfahrungen einzubringen:

  • Gemeinsam reflektieren wir, wie sich der „Muskel“ der Resilienz trainieren lässt.

  • Wir teilen erste Erkenntnisse aus unserer Forschung.

  • Euer Erfahrungswissen wird Teil des gemeinsamen Austauschs.

Beides verweben wir miteinander und erkunden zusammen, was es braucht, damit Organisationen in herausfordernden Zeiten anpassungs- und widerstandsfähig bleiben.

Das Projekt wird von m2act gefördert - wir danken für die grosszügige Unterstützung.